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Zeitgemäß bauen. Energetisch modernisieren.

6.1.1 Außenwanddämmung

Schön, wenn man seine Räume mit einem energiesparenden System beheizen und es sich guten Gewissens gemütlich machen kann. Umso bedauerlicher jedoch, wenn die Wärme durch schlecht gedämmte Gebäudeteile wieder entweicht. Eine exzellente Dämmung ist deshalb das A und O eines jeden energieeffizienten Gebäudes. Z.B. mit einem Wärmedämmverbundsystem, bei dem der Dämmstoff direkt auf die Außenwand aufgebracht und anschließend beschichtet wird. Lesen Sie in diesem Kaptitel, worauf Sie bei der Auswahl von Dämmstoffen achten sollten und welche Dämmvarianten Ihnen zur Verfügung stehen. Ganz wichtig für Ihre Entscheidung ist die Wärmedämmeigenschaft, der sogenannte U-Wert von Bauteilen. Infos dazu finden Sie unter Punkt 6.1.1d.


6.1.1a Dämmstoffe

Bei den Dämmstoffen unterscheiden wir


Wichtig bei der Auswahl ist die geringe Wärmeleitfähigkeit des Stoffes: Der sogenannte Lambda(λ)-Wert sollte 0,035 W/(m-K) nicht überschreiten und findet sich stets auf dem Dämmstoff oder seiner Verpackung aufgedruckt. Daneben gibt es weitere Hinweise, die für Ihre Entscheidung wesentlich sind:


Achtung: europäische Normenunterschiede!
Rechnen Sie bei nur mit CE gekennzeichneten Dämmstoffen stets 20% zur benötigten Dicke hinzu, um die von Ihnen gewünschte Dämmqualität zu erhalten.

6.1.1b Dämmvarianten

Bei der Dämmung Ihres Gebäudes ist entscheidend, wie Ihre Wände konstruiert sind und ob Sie die Außenwände verkleiden möchten oder dürfen. Ganz wichtig ist die Vermeidung von Wärmebrücken, denn an sensiblen Stellen wie z.B. Fensterlaibungen kann Wärme entweichen und Feuchtigkeit kondensieren. Folgende Varianten stehen zur Wahl:

Die Außendämmung
eignet sich sowohl für den einschaligen als auch für den zweischaligen Wandaufbau und kann zudem alte Fassaden verschönern. Bei dieser Variante wird die Dämmschicht auf die äußere Fläche der Wand aufgebracht. Wichtig: es ist ein ausreichender Dachüberstand erforderlich! Geeignete Konstruktionen sind:


Für eine gute Dämmung empfehlen sich mindestens 14 cm bis idealerweise 24 cm Dämmstoffdicke.

Achtung: Mit einer maximalen Dicke von ca. 6 cm dämmen reine Dämmputze wesentlich schlechter als Dämmstoffe. Auch energiesparende Farben eigenen sich nicht für eine effiziente Dämmung.

Die Kerndämmung
eignet sich für zweischalige Wände, die nicht verkleidet werden sollen. Bei dieser Variante wird der Hohlraum zwischen den Wänden mit Dämmstoff gefüllt, so z.B. mit Zellulose, PUR-Granulat oder Schaum. Wichtig: Durch eine unsachgemäße Ausführung können Schäden entstehen – lassen Sie deshalb eine bauphysikalische Beurteilung durchführen und engagieren Sie eine Spezialfirma für die Dämmung. Auch deshalb, weil an Übergängen z.B. an den Fenstern ggf. Wärmebrücken entstehen, die für Energieverluste und Baumängel sorgen können.

Die Innendämmung
bietet sich immer dann an, wenn andere Dämmvarianten nicht möglich sind oder an der Fassade keine Veränderungen vorgenommen werden dürfen (Denkmalschutz). Sie sollte unbedingt dem Fachmann überlassen werden, denn an Decken und Innenwänden können Wärmebrücken und somit Baumängel entstehen. Zur Vermeidung von Kondensation hinter der Dämmschicht wird bei den meisten Dämmstoffen eine Dampfsperre benötigt. Zur Erfüllung der Energieeinsparverordnung EnEV sind ca. 8 bis 10 cm Dämmstoff erforderlich.

Anstatt einer Innendämmung können Sie auch kapillaraktive Dämmstoffe wie z.B. Lehm verwenden. Sie dürfen keine Dampfsperre oder dampfdichten Anstriche erhalten, da sie Feuchtigkeit schadfrei an die Innenräume zurückgeben sollen.

Achtung: Grundsätzlich sollten Sie an Fensterlaibungen Dämmstoffe mit besonders guter Wirkung und mindestens 2 cm, idealerweise sogar 4 cm Dämmstoffdicke verwenden.


6.1.1c Konstruktion von Außenwanddämmungen

Die zur Außendämmung verwendeten Varianten Wärmedämmverbundsystem, Vorhangfassade und Zwischenraumdämmung sind wie folgt konstruiert:




6.1.1d Der U-Wert

Der U-Wert (früher k-Wert) steht für den Wärmedurchgangskoeffizienten und somit für die Wärmedämmeigenschaften von Bauteilen. Er setzt sich aus den einzelnen Elementen eines Bauteils zusammen und besteht z.B. als Uw (Window) für ein Fenster aus den Werten Uf für den Rahmen (Frame), Ug für das Glas und der Wärmebrücke am Rand. Nach dem U-Wert von Bauteilen bemisst sich die benötigte Dämmstoffdicke. Er ist zudem maßgeblich für die Anforderungen der Energieeinsparverordnung EnEV. Es gilt: Je höher der U-Wert desto schlechter die Wärmedämmeigenschaft.