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Zeitgemäß bauen. Energetisch modernisieren.

6.1.2 Dachdämmungen

6.1.2 Dachdämmung

Weil warme Luft nach oben steigt, muss insbesondere das Dach gut abgedichtet und ausreichend gedämmt werden. Dabei ist entscheidend, ob Ihr Haus ein Flachdach oder ein Steildach hat und ob das Dachgeschoss einmal bewohnt werden soll. Bei nicht genutzten Dachräumen reicht die Dämmung der obersten Geschossdecke aus, für eine spätere Raumnutzung sollten Sie jedoch am besten gleich die Dachschrägen dämmen. In diesem Kapitel erfahren Sie, welche Dämmstoffe es dafür gibt und in welchen Dämmvarianten sie verbaut werden. Achten Sie dabei immer auf die Wärmedämmeigenschaft der Bauteile, den sogenannten U-Wert. Er wird unter Punkt 6.1.1d beschrieben.

6.1.2a Dämmstoffe

Bei den Dämmstoffen unterscheiden wir


Wichtig bei der Auswahl ist die geringe Wärmeleitfähigkeit des Stoffes: Der sogenannte Lambda(λ)-Wert sollte 0,035 W/(m-K) nicht überschreiten und findet sich stets auf dem Dämmstoff oder seiner Verpackung aufgedruckt. Daneben gibt es weitere Hinweise, die für Ihre Entscheidung wesentlich sind:


Achtung: europäische Normenunterschiede!
Rechnen Sie bei nur mit CE gekennzeichneten Dämmstoffen stets 20% zur benötigten Dicke hinzu, um die von Ihnen gewünschte Dämmqualität zu erhalten.


6.1.2b Dämmvarianten

Für die Auswahl eines Dämmsystems kommt es auf die Dachkonstruktion Ihres Hauses an.

Flachdach
Die Dämmung eines Flachdachs sollten Sie dem Profi überlassen, denn Dämmschicht und Dachhaut sind meist miteinander verbunden. Wenn sich über der Geschossdecke noch ein Hohlraum befindet, empfiehlt es sich, hier eine Extra-Dämmschicht einziehen zu lassen. Sie benötigen 18 bis 30 cm dicken Dämmstoff.

Steildach
Unter einem Steildach befindet sich stets Raum, der ggf. wohnlich genutzt werden kann. Auch, wenn Sie dies erst später planen, sollten Sie sich gleich für die Dämmung der Dachschrägen entscheiden.

Dämmung bei Raumnutzung: Hier wird das Dach zwischen den Sparren gedämmt. Es empfiehlt sich eine Kombination von Vollsparren- mit Untersparren- oder Aufsparrendämmung, denn dann können Sie Installationen wie Rohre oder Kabel verlegen, ohne die Luftdichtigkeitsschicht zu verletzen. Außerdem reicht eine Vollsparrendämmung je nach Sparrendicke allein ggf. nicht aus, um den Anforderungen der Energieeinsparverordnung EnEV zu genügen. Eine diffusionsoffene Unterspannbahn schützt vor Regen und Wind. 



Ihr Dach ist noch nicht ausgebaut? Dann ist eine Vollsparrendämmung mit Untersparrendämmung die einfachste Lösung. Wenn Ihr Dachgeschoss jedoch bereits bewohnt wird, kann eine Aufsparrendämmung die bessere Variante sein, denn dann werden die Bewohner durch den Umbau weniger beeinträchtigt.

Dämmstoffdicke und Lüftung:


(Grafik)

Dämmung ohne Raumnutzung: Hier reicht die Dämmung der obersten Geschossdecke aus. Diese können Sie wie folgt selbst vornehmen:


Infos zur Energieeinspartverordnung EnEV:



Luftdichte Dämmung:

Damit warme Luft aus dem Innenraum nicht in die Dämmschicht gelangen kann, sollten Sie für eine lückenlose luftdichte Schicht nach innen sorgen. Denn abkühlende Luft kondensiert, lässt Feuchtigkeit und schlimmstenfalls Schwamm entstehen. Entscheiden Sie gemeinsam mit einem Experten, ob die luftdichte Schicht eine Dampfsperre, Dampfbremse oder ob sie diffusionsoffen sein soll. Wichtig: Achten Sie darauf, dass die Schicht nicht durch zu lange Schrauben verletzt wird und dass sie lückenlos an den Fenstern abschließt, um Wärmebrücken zu vermeiden. Mit einem Luftdichtigkeitstest (Blower-Door-Test) können Sie das überprüfen lassen.