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Zeitgemäß bauen. Energetisch modernisieren.

6.2.1 Heizung

Ein Haus ohne Heizung und fließend warmes Wasser – für uns heute unvorstellbar. Doch bei aller Behaglichkeit: Oft wird unnötig viel Energie und Geld „verheizt“, denn in manch einem Ein- oder Mehrfamilienhaus steht noch ein alter Standardheizkessel, der den Brennstoff nicht ausreichend nutzt. Warten Sie deshalb nicht, bis Ihre Heizung defekt ist: Mit einer modernen Anlage sparen Sie bis zu 30% an Brennstoff und holen die Investition schon in wenigen Jahren wieder herein. Überlassen Sie die Installation einer Anlage jedoch auf jeden Fall dem Experten uns lassen Sie sie einmal jährlich durch einen Fachbetrieb warten. Bei Inbetriebnahme Ihre Heizungsanlage sollten Sie sich die Bedienungsanleitung – auch für die Regelungstechnik – aushändigen lassen!


6.2.1a Der Kessel

Steht bei Ihnen im Haus noch ein Standardheizkessel oder sogenannter Konstanttemperaturkessel? Dann sollten Sie ihn gegen einen effizienten Brennwertkessel austauschen. Solche Kessel nutzen die Abwärme im Abgas und sparen gegenüber Niedertemperaturkesseln bis zu 10% an Brennstoff. Wichtig: Verheizen Sie keinen Strom z.B. mit alten Direkt- oder Nachtspeicherheizungen. Zur Herstellung einer Kilowattstunde Strom müssen mehr als drei Kilowattstunden Energie z.B. aus Öl oder Kohle gewonnen werden. Das macht Strom wertvoll und besonders teuer.

Heizkessel und ihr Bedarf an Primärenergie im Vergleich


Sollten Sie noch unsicher sein, ob Sie in eine neue Heizung investieren möchten, so vergleichen Sie anhand des Messprotokolls Ihres Schornsteinfegers einmal die Abgasverluste Ihrer Anlage mit einem modernen Kessel. Sie werden feststellen: Es rechnet sich, alte Kessel auszutauschen. Auch wenn es bereits zu Korrosionsschäden oder Leckagen gekommen ist, ist ein Austausch anzuraten. Dies gilt auch für den Fall, dass ein Kessel mit konstant hohen Vorlauftemperaturen von 70 bis 90° C betrieben wird oder es in einem unbeheizten Heizraum trotz gedämmter Rohre wärmer ist als 20° C.

Info zur Energieeinsparverordnung EnEV:
Vor dem 1. Oktober 1978 eingebaute Heizkessel, die weder ein Brennwert- noch ein Niedertemperaturkessel sind, dürfen nicht mehr betrieben werden. Und auch in unbeheizten Räumen müssen Heizungsrohre und Armaturen gedämmt werden. Für selbstgenutzte Ein- und Zweifamilienhäuser gilt dies jedoch nur bei Eigentümerwechsel nach 2002 und dann im Verlauf von zwei Jahren. Ab 2019 müssen in Mehrfamilienhäusern mit mehr als sechs Wohneinheiten elektrische Nachtspeicheröfen unter bestimmten Voraussetzungen durch ein anderes Heizsystem ersetzt werden. Die KfW fördert diesen Austausch schon heute, mehr darüber unter Punkt 6.3.3 „Förderprogramme“.

6.2.1b Die Hybridheizung

Eine Hybridheizung bietet Ihnen die Möglichkeit, verschiedene Energieträger miteinander zu kombinieren – so z.B. ein Öl-Brennwertsystem mit einer Solaranlage und einem Holzkamin, die über einen Pufferspeicher zusammengeführt werden. Mit solch einer modernen Brennwerttechnik und regenerativen Energieträgern können Sie viel Geld sparen, jederzeit auf den günstigsten Energieträger zugreifen und zudem sehr komfortabel heizen. Darüber hinaus bietet Ihnen die Kombination mehr Versorgungssicherheit, denn bei Engpässen können Sie auf Alternativen ausweichen.

Ein Hybridsystem (griechisch „hybrid“ für gebündelt, gemischt) kann schrittweise umgesetzt und später weiter ausgebaut werden, was die Kosten pro Schritt erschwinglich macht. Einschließlich Montage kostet eine Öl-Brennwertanlage mit Solarthermie und Solarspeicher für ein Einfamilienhaus ca. 15.000 Euro.

Infos zum Pufferspeicher
Ein Pufferspeicher führt die Energie für die Beheizung der Räume und die Warmwasserbereitung zusammen
Er kann mit einem Öl-Brennwertkessel, einem Kaminofen oder mit Sonnenenergie beheizt werden
Bis in die Übergangsmonate können Sie einen großen Anteil Ihres Wärmebedarfs mit regenerativen Energien erzeugen
Wenn die Sonne nicht ausreichend scheint und keine Energie aus einem Kaminfeuer hinzukommt, wird die Wärme automatisch von der Ölheizung erzeugt

Wichtig: Berücksichtigen Sie bei der Auswahl des Pufferspeichers, ob Sie später einen Holzkamin integrieren möchten. Dann benötigt der Speicher ein entsprechend großes Volumen und eine Vorrichtung, über die sich weitere Wärmeerzeuger einbinden lassen.

6.2.1c Der Schornstein

Auch bei Installation einer ganz neuen Heizungsanlage kann der alte Schornstein meist erhalten werden. Sie sollten ihn jedoch per Einzug eines korrosionsbeständigen Abgasrohrs aus Glas, Keramik, Kunststoff oder Metall modernisieren lassen. Die Kosten dafür liegen bei ca. 800 bis 1.500 Euro. Leitungen für eine Lüftungs- oder eine Solarthermieanlage können im Schornstein später verlegt werden. Wichtig: Sie müssen Ihre Heizungsanlage auf jeden Fall vom Bezirksschornsteinfeger abnehmen lassen.

6.2.1d Heizkörper und -rohre

Wer energiesparend heizen will, sollte auf die richtigen Heizkörper und perfekt verlegte Rohre setzen. Führen Letztere z.B. durch unbeheizte Räume, so müssen sie gut gedämmt werden. Die Auswahl der Heizflächen wiederum ist ausschlaggebend für die Heiztechnik:


Wichtig: Die Dämmung von Heizungsrohren in unbeheizten Räumen muss laut EnEV mindestens genauso dick sein wie der Rohrdurchmesser. Achten Sie darauf, dass die Dämmung von Rohren an Übergängen, Bögen und Verzweigungen lückenlos geschlossen ist. Bei konventionellen Heizkörpern sollte die Heiztemperatur 70° C nicht überschreiten, bei Flächenheizungen möglichst nicht 35° C.

Ventile
Für ein bedarfsgerechtes Heizen benötigen Sie moderne Heizkörperventile. Sind diese noch nicht vorhanden, so statten Sie Ihre Heizung mit Thermostatventilen aus, schwer zugängliche oder verkleidete Heizköper können auch mit Thermostatventilen mit Fernfühler nachgerüstet werden.

Regelung der Heizungsanlage
Zu jeder moderne Anlage gehört heute auch eine programmierbare Regelung für individuelle Schaltzeiten. Um Energie zu sparen, sollte die Temperatur im Zulauf je nach Außentemperatur und Tageszeit geregelt sein. Diese sogenannte Vorlauftemperatur ist nachts und bei Abwesenheit niedrig eingestellt, bei einem gut gedämmten Haus kann der Kessel stundenweise sogar ganz abgestellt werden.

Info zur Energieeinsparverordnung EnEV:
Neben der automatischen Steuerung der Wärmezufuhr schreibt die EnEV vor, dass die Temperatur bei Wohngebäuden in jedem Raum separat regelbar sein muss. Außerdem müssen Zentralheizungen mit mehr als 25 kW Nennwärmeleistung, in die Umwälzpumpen eingebaut werden, elektronische Drehzahlmesser erhalten.

Förderprogramme
Nicht nur der Kesselaustausch wird gefördert, auch bei Schornsteinanpassung, Erneuerung von Heizkörpern und -rohren, Dämmung, Entsorgung sowie Einbau von Steuerungstechnik können Sie sich unterstützen lassen. Denken Sie auch an den hydraulischen Abgleich einer Heizungsanlage: Diese gewährleistet eine gleichmäßige Wärmeverteilung im Haus und wird leider oft vergessen. Mehr über Förderung und Ansprechpartner erfahren Sie unter Punkt 6.3.3 „Förderprogramme“.

6.2.1e Die Warmwasserbereitung

Eine moderne Warmwassererzeugung bietet Ihnen zahlreiche Möglichkeiten, bei maximalem Komfort viel Energie zu sparen:

Zentrale Warmwasserbereitung

Mit modernen Heizkesseln können Sie zentral, kostengünstig und energiesparend Warmwasser erzeugen. Lassen Sie deshalb nicht nur Ihre Heizung modernisieren – erneuern Sie am besten gleich auch Ihre Warmwasseraufbereitung. Zur Auswahl stehen


1. Anlagen zur Erwärmung des Heizkessel-Warmwassers und zu Speicherung in gedämmten Warmwasserspeichern – der aktuelle Standard.


2. Alternativ können Sie Kombikessel oder Kombikesselthermen für die Bereitung von Warmwasser nutzen.


Achtung: Sind die Wasserrohre Ihres Hauses länger als 10 m, dann kann es länger dauern, bis warmes Wasser aus dem Hahn kommt und das erhöht die Wasserkosten. Entscheiden Sie sich deshalb für eine Zirkulationsleitung, deren Pumpe sich selbstständig abschalten kann, z.B. über eine Zeitschaltuhr. Rohrbegleitheizungen sind nicht empfehlenswert, denn sie sind nicht energieeffizient. Achten Sie grundsätzlich darauf, dass Ihre Rohre gut gedämmt sind.

Energiespartipp: Nutzen Sie moderne Sonnenkollektoren für die energiesparende Erwärmung Ihres Wassers bis in die Übergangszeit. Mit einer guten Anlage können Sie bis zu 60% Ihres jährlichen Warmwasserbedarfs decken. Lassen Sie sich einen Wärmemengenzähler einbauen, damit Sie den Ertrag Ihrer Solaranlage stets überprüfen können.

Dezentrale Warmwasserbereitung

Grundsätzlich ist die zentrale Warmwassererzeugung die energieeffizientere Alternative. Wenn in Bädern oder Küchen nur selten Warmwasser benötigt wird, z.B. im Gäste-WC oder im Wochenendhaus, dann kann eine dezentrale Warmwasserbereitung jedoch vorteilhafter sein. Dies gilt auch für den Fall, dass Heizkessel und Zapfstelle sehr weit voneinander entfernt liegen. Bei einer dezentralen Anlage erhält jede Zapfstelle einen eigenen Warmwassererzeuger, z.B. einen Durchlauferhitzer. Dieser erwärmt das Wasser immer dann, wenn es gebraucht wird.

Zwar sind die Investitionskosten meist deutlich geringer als bei zentralen Systemen, allerdings steigt der Energieverbrauch. Zudem können keine Sonnenkollektoren angeschlossen werden.

Energiespartipp: Bauen Sie grundsätzlich Sparduschen, Wassersparsprudler, Wasserstopptasten und moderne Mischarmaturen ein.


Gesetzliche Regelung: Auch Warmwasser ist Trinkwasser und somit ein Lebensmittel. Installation dürfen deshalb nur von Fachbetrieben mit Zulassung der Deutschen Vereinigung des Gas- und Wasserfaches e.V. (DVGW) vorgenommen werden. Überlassen Sie besser auch die jährliche Wartung dem zertifizierten Experten.