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Zeitgemäß bauen. Energetisch modernisieren.

6.2.2 Lüftung

Ob Dusche, dampfende Töpfe oder Atemluft: All das verursacht Feuchtigkeit – und zwar bis zu 8 Liter pro Tag! Wenn nicht ausreichend gelüftet wird, kann diese Feuchtigkeit an kalten Flächen kondensieren und schlimmstenfalls Schimmel verursachen. Gezielte Lüftung ist deshalb das Gebot der Stunde – oder, wenn Sie es einfacher haben möchten – eine gutes technisches Lüftungssystem. Denn entgegen landläufiger Meinung ist eines ganz klar: Wände atmen nicht!

6.2.2a Lüftungssysteme
Ganz gleich, ob zentral oder dezentral: Moderne Lüftungsanlagen halten Ihr Haus frei von Feuchtigkeit und schaffen ein gesundes Wohnklima.

Zentrale Lüftungsanlagen
sind besonders empfehlenswert, denn


Zu einem durchdachten Lüftungskonzept gehören Abluftanlagen mit Ventilatoren, die Feuchtigkeit und verbrauchte Luft aus Küche, Bad und WC abführen. Frische Luft kann durch Außenwand-Luftdurchlässe, sogenannte ALD nachströmen. Sie werden in den Fenstern von Schlaf-, Wohn- und Kinderzimmern installiert. Innerhalb der Wohnung erfolgt der Luftaustausch durch ausreichend große Spalten unter den Türen oder Überström-Luftdurchlässe.

Ihre Lüftungsanlage sollte über einen mindestens 3-stufigen Schalter je nach Bedarf geregelt werden können – z.B. für mehr Leistung beim Kochen oder Duschen. Während der Heizperiode sollte sie mindestens 12 Stunden am Tag laufen, im Sommer kann sie abgeschaltet bleiben.

Dezentrale Lüftungsanlagen
eignen sich für die separate Belüftung von Räumen wie z.B. Bad oder Küche. Sie werden meist am Fenster installiert und können auch mit einer Wärmerückgewinnung ausgestattet werden. Allerdings arbeiten sie nicht geräuschlos und sind deshalb nicht so komfortabel wie eine zentrale Anlage. Außerdem steigen Strombedarf und Wartungsaufwand mit der Menge an dezentralen Geräten.

Tipps zu Einbau und Anwendung:


Infos zu gesetzlichen Regelungen:

6.2.2b Wärmerückgewinnung

Wenn Sie beim Lüften noch mehr Energie sparen wollen, entscheiden Sie sich für eine Abluftanlage mit Wärmerückgewinnung. Hier wird die kalte Frischluft durch die warme Abluft erwärmt und hilft Ihnen dabei, Ihre Heizkosten zu senken. Die Kosten für eine Zu- und Abluftanlage mit Wärmerückgewinnung liegen zwischen 5.000 und 10.000 Euro pro Wohnung, der Betrieb der Ventilatoren erfordert max. 3 kWh/(m2a) Strom.

Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung können allerdings nur dann effizient arbeiten, wenn Ihr Haus möglichst luftdicht gedämmt ist. Überprüfen Sie das mit dem sogenannten Blower-Door-Test, einem Luftdichtigkeitstest. Der Wert des ermittelten Luftwechsels sollte so klein wie möglich sein und darf höchstens 1,5 pro Stunde betragen.

Wichtig: Achten Sie beim Einbau von Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung auf einen Wirkungsgrad von mindestens 80%.