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Zeitgemäß bauen. Energetisch modernisieren.

6.2.3 Solarthermie

Auch in unseren Breiten scheint die Sonne ausreichend lang und stark, um für die Wärmegewinnung genutzt werden. Im Sommer können Sie mit Wärme aus Ihrer Solaranlage den gesamten Bedarf an Warmwasser decken und den Kessel ausgeschaltet lassen. Wenn der Himmel bedeckt ist, reicht es meist wenigstens für das Vorwärmen des Wassers. Insgesamt kann eine gute Solarthermie-Anlage bis zu 60% Ihres jährlichen Warmwasserbedarfs decken. Große Anlagen unterstützen Sie in der Übergangszeit oder wenn im Winter die Sonne zudem bei der Beheizung Ihres Hauses. Damit senken Sie Ihre Energiekosten noch zusätzlich.

6.2.3a Die Kollektoren

Sonnenkollektoren sind die Bauteile, die in einer Solaranlage zur Gewinnung von Sonnenwärme eingesetzt werden. Es gibt sie in zwei Varianten:


Röhrenkollektoren gibt es ebenfalls in zwei Bauarten:

Moderne Kollektoren haben eine sogenannte selektive Beschichtung: Die schwarze Oberfläche weist ein sehr hohes Absorptionsvermögen auf und strahlt wenig Wärme ab. Sie liefern jährlich bis zu 500 kWh pro Quadratmeter Kollektorfläche und sparen diesbezüglich bis zu 50 Liter Heizöl ein.

Solarthermie ist deutlich günstiger, als Sie womöglich denken: Eine Komplettanlage zur Trinkwassererwärmung in einem 4-Personen-Haushalt gibt es schon ab ca. 3.500 Euro plus Montage.

6.2.3b Die Anordnung der Kollektoren

Sonnenkollektoren sollten südöstlich ausgerichtet sein und idealerweise einen Neigungswinkel von 30 bis 45° aufweisen. Den Ertragsverlust durch stärkere Neigungswinkel und weniger ideale Positionen können Sie durch zusätzliche Kollektoren ausgleichen. Achten Sie jedoch darauf, dass Ihre Kollektoren nicht zu lang beschattet werden, z.B. durch Bäume. Für die Menge an benötigten Kollektoren gilt:


Wichtig: Lassen Sie die Größe Ihrer Solarthermie-Anlage auf jeden Fall von einem Fachmann berechnen. Zu große Kollektorflächen können überhitzen, wenn der Wasserspeicher die zugeführte Wärme nicht mehr aufnehmen kann. Zwar kann ein größerer Speicher den Ertrag zunächst besser nutzen, spätestens im Winter müssen Sie das überflüssige Volumen jedoch konventionell beheizen, denn aus gesundheitlichen Gründen muss Trinkwasser mindestens einmal pro Woche auf 60° C erwärmt werden.

6.2.3c Solarthermie für Ihre Heizung

Den Wärmeertrag Ihrer Solarthermie-Anlage können Sie auch zur Unterstützung der Beheizung einsetzen: Eine Hybridheizung bietet Ihnen die Möglichkeit, Sonnenwärme mit z.B. einem Öl-Brennwertsystem und einem Holzkamin zu kombinieren. Mit solch einem modernen Heizsystem können Sie viel Geld sparen, jederzeit auf den günstigsten Energieträger zugreifen und zudem sehr komfortabel heizen. Darüber hinaus bietet Ihnen die Kombination mehr Versorgungssicherheit, denn bei Engpässen können Sie auf Alternativen ausweichen.

Ein Hybridsystem (griechisch „hybrid“ für gebündelt, gemischt) kann schrittweise umgesetzt und später weiter ausgebaut werden, was die Kosten pro Schritt erschwinglich macht. Einschließlich Montage kostet eine Öl-Brennwertanlage mit Solarthermie und Solarspeicher für ein Einfamilienhaus ca. 15.000 Euro.


Infos zum Pufferspeicher


Wichtig: Berücksichtigen Sie bei der Auswahl des Pufferspeichers, ob Sie später einen Holzkamin integrieren möchten. Dann benötigt der Speicher ein entsprechend großes Volumen und eine Vorrichtung, über die sich weitere Wärmeerzeuger einbinden lassen.