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Zeitgemäß bauen. Energetisch modernisieren.

4.1.1 Grundlagen

Sie möchten sich über die Grundlagen der Energieversorgung informieren? Hier finden Sie alles Wissenswerte zu den gesetzlichen Vorgaben für Neubau und Modernisierung (hydraulischer Abgleich, KFW-Förderung), zu Betrieb, Reinigung und Wartung von Heizungsanlagen.

Was versteht man eigentlich unter Behaglichkeit? Und welche Rolle spielen Wärmebedarf und Heizenergie dabei?

Die Räume eines Hauses oder einer Wohnung wirken dann besonders behaglich auf uns, wenn eine ausgeglichene Raumtemperatur herrscht. Diese wird von mehreren Faktoren bestimmt: Die Oberflächentemperatur der Fenster, der Wände und des Fußbodens gehören ebenso dazu wie die Luftfeuchte und die Luftqualität. Zugluft und eine zu trockene Raumluft nehmen wir als eher unangenehm wahr. Um eine empfundene Raumtemperatur von 21 °C zu erzielen, muss die Raumtemperatur beispielsweise 22 °C betragen; die Temperatur der Raumoberflächen ca. 20 °C.

Dieses Raumklima lässt sich heutzutage relativ einfach erreichen, denn verschiedene Heizöl- und Gas-Heizungssysteme ermöglichen aufgrund ihrer komfortablen und vollautomatischen Betriebsweise eine einfache Bedienung. Die für Sie günstigste Anlage wählen Sie am besten gemeinsam mit Ihrem Architekten bzw. Planer aus. Alternativ kommt besonders im Neubau immer häufiger eine Strom-Wärmepumpe zum Einsatz.

Da uns die Ressourcen von Öl, Gas, Kohle und Uran nicht unendlich lange zur Verfügung stehen werden, steht die zukünftige Wärmeversorgung auf dem Prüfstand. Ziel ist es, den Wärmebedarf zu senken, die Energieeffizienz zu steigern und erneuerbare Energien einzusetzen: Mit der Energieeinsparverordnung (EnEV) sollen Anreize geschaffen werden, den Einsatz effizienter und ökologischer Heizsysteme voranzutreiben. Dabei stehen die Reduzierung der Brennstoffkosten und die Minderung von Emissionen im Vordergrund. Die entsprechenden Berechnungen nimmt Ihr Architekt oder Planer vor.

Gesetzliche Vorgaben für Neubau und Modernisierung
Eigentümer von Neubauten müssen nach dem so genannten Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) von 2009 erneuerbare Energien in ihre Heizungsanlage integrieren: zum Beispiel durch den Einsatz einer Solaranlage für 15% oder eines Biomassekessels für 50% der Wärmeerzeugung. Wenn Sie beispielsweise Sonnenenergie nutzen möchten, um diese Vorgabe zu erfüllen, genügt eine Kollektorfläche, die 4% der Nutzfläche beträgt. So können die Sonnenkollektoren je nach Jahreszeit Ihr Trinkwasser erwärmen und/oder die Gebäudeheizung unterstützen. Dadurch senken Sie nicht nur die Energiekosten, Sie schonen gleichzeitig Klima und Umwelt. Wer in einem bestehenden Gebäude in Baden-Württemberg eine Heizung im Bestandsgebäude erneuert, muss seit 2010 ebenfalls erneuerbare Energien einbinden.

- Hydraulischer Abgleich
Weil bei der Wärmeversorgung eines Gebäudes viele Faktoren ineinandergreifen, sollten sie möglichst optimal auf einander abgestimmt werden. Wenn im Rahmen des hydraulischen Abgleichs Wärmebedarf, Wärmeerzeuger, Wärmeverteilung, Heizflächen, Thermostatventile, Regelung und das Nutzerverhalten verzahnt sind, kann die Heizung vollen Komfort und minimalen Energieverbrauch bieten. Fehlt diese Abstimmung, erhalten pumpennahe Heizkörper aufgrund des geringeren Druckverlusts in der Rohrleitung eine höhere Durchströmung als pumpenferne Heizkörper. Außerdem kann dies zu einem Leistungsüberangebot an großzügig dimensionierten Heizkörpern führen, was unnötig erhöhte Wärmeverluste zur Folge hat.

- KfW fördert und fordert den hydraulischen Abgleich
Seit April 2009 bezuschusst die KfW im Rahmen des Programms „Energieeffizient Sanieren – Sonderförderung“ die Optimierung der Wärmeverteilung bei bestehenden Heizungsanlagen. 25% der Kosten werden übernommen, wenn sie 100 Euro oder mehr betragen. Beim Austausch von Heizungsanlagen kann seit Januar 2007 nur noch dann Förderung beantragt werden, wenn ein hydraulischer Abgleich der Anlage erfolgt und nachgewiesen ist.

Betrieb, Reinigung und Wartung von Heizungsanlagen

Bevor eine Heizungsanlage installiert wird, lässt der beauftragte Fachbetrieb vom zuständigen Bezirksschornsteinfeger die Anforderungen an eine gegebenenfalls notwenige Abgasanlage festlegen und deren fachgerechte Installation prüfen. Nach rund vier Wochen erfolgt eine erstmalige Kontrolle der Abgaswerte. Hierzu gehören:


Aus diesen Werten wird dann der feuerungstechnische Kesselwirkungsgrad abgeleitet. Falls Ihre Feuerstätte die gesetzlichen Anforderungen an den Abgasverlust nicht erfüllt, wird nach Ablauf einer Frist eine zweite Überprüfung vorgenommen. Dies gilt allerdings nur, wenn keine umwelt- oder sicherheitsrelevanten Mängel festgestellt wurden. Sollten die Zahlen dann wieder abweichen, muss Ihr Schornsteinfeger die Unterlagen an die zuständige Behörde weiterleiten. Diese ist befugt, Anlagen gegebenenfalls stillzulegen oder Bußgelder zu verhängen.

Damit eine Heizungsanlage wirtschaftlich arbeitet, muss sie regelmäßig gereinigt und fachmännisch gewartet werden. Am besten schließen Sie einen Wartungsvertrag ab, der die regelmäßige Messung der Abgaswerte und der Rußzahl sowie die Kontrolle des Kesselwirkungsgrades beinhaltet. So können Sie verhindern, dass durch Verschmutzung oder falsche Einstellung giftiges Kohlenmonoxid gebildet wird oder Abgase aus der Feuerstätte austreten. Achtung: Geräte, die in der Küche betrieben werden, sind einer besonders hohen Verunreinigung durch Kochdämpfe ausgesetzt!

Damit ein unnötig hoher Energieverbrauch vermieden wird, sollten Sie die Fenster nur zur Frischluftzufuhr öffnen, nicht um die Raumtemperatur zu regulieren. Diese Temperaturen gelten als Richtgrößen und sollten über die Heizungsregelung erzielt werden:
20 - 22 °C im Wohnzimmer, im Kinderzimmer und im Bad
16 - 18 °C im Schlafzimmer, im Flur, in Hobby- und Arbeitsräumen

Hinweis: Eine um 1°C erhöhte Raumtemperatur führt zu einem um ca. 6% höheren Energieverbrauch.