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Zeitgemäß bauen. Energetisch modernisieren.

3.3.5 Badezimmer

Sie möchten sich einen Überblick über die optimale Einrichtung eines Badezimmers verschaffen? Hier spielen Raumbedarf und Funktionsmöglichkeiten, eventuell die Barrierefreiheit und die Badausstattung inkl. der Badmöbel eine entscheidende Rolle. Ferner die Sanitärobjekte, die Sanitärarmaturen, das Thema Heizung/Lüftung sowie die Elektroinstallation. Auch Boden-/Wandbelag wollen mit Bedacht ausgewählt werden. Und vielleicht bietet sich sogar die Integration einer Sauna an.

Raumbedarf und Funktion
Das Bad ist heute nicht mehr nur Ort der Körperreinigung, sondern dient daneben auch der Entspannung, was die steigende Zahl der Wohn- und „En-Suite-Bäder“ belegt. Achten Sie auf eine großzügige und zukunftsorientierte Badplanung: Wünsche, die Sie sich heute aus Kostengründen nicht erfüllen, können gegebenenfalls stufenweise ergänzt werden, wenn Sie die entsprechenden Sanitäranschlüsse im Vorfeld berücksichtigen.

Überlegen Sie genau, welche Bedürfnisse Ihr Bad erfüllen soll. Möglich wäre z. B.:


Die Grundfläche des Bades sollte Ihren persönlichen Einrichtungswünschen entsprechen und zu den örtlichen Gegebenheiten passen. Achten Sie auf ausreichende Abstände und Bewegungsflächen (zwischen Sanitärobjekten und gegenüberliegenden Wänden mind. 75 cm, vor Badewannen mind. 90 cm) und sehen Sie reichlich Stauraum vor.

Für eine erste grobe Planung gelten folgende Orientierungsgrößen:


Der Fachhandel bietet großzügige Ausstellungen, um Anregungen für die eigene Planung zu bekommen und um die zum persönlichen Geschmack passenden Sanitärobjekte, -armaturen und Badmöbel auszuwählen. Wenn Sie das Bad in der Nähe von Installationsleitungen anordnen, sparen Sie sich umfangreiche und teure Leitungsnetze. Auch für die Modernisierung ungünstig geschnittener Bäder gibt es spezielle Produkte und Systeme.

Barrierefreies Bad
Sanitärräume für Menschen mit Behinderungen oder Rollstuhlbenutzer müssen besonders sorgfältig geplant und eng mit den Bewohnern abgestimmt werden. Detaillierte Planungsgrundlagen können Sie DIN 18025 Teil 1 und 2 entnehmen. Bei allen dort angegebenen Bewegungsflächen handelt es sich um Mindestanforderungen.

Stimmen Sie alle Detailausstattungen, wie z. B. Haltegriffe, mit dem späteren Benutzer ab und bedenken Sie, dass eventuell weitere Sonderanforderungen berücksichtigt werden müssen (besondere Hygiene für Stomaträger, Verbrühungsschutz bei Sanitärarmaturen, ausreichende Zwangsbelüftung, vor allem bei deckenhoch geschlossenen Duschbereichen). Behinderte Personen benötigen oft längere Aufenthaltszeiten im Bad – planen Sie deshalb einen weiteren Sanitärraum für andere Familienmitglieder oder Gäste ein.

Die wichtigsten Grundsätze für die Planung von barrierefreien Sanitärräumen:


Hinsichtlich der Ausstattung gelten folgende Empfehlungen:


Jede Art von Überausstattung sollte vermieden werden. Die Befestigung von Accessoires, von Haltegriffen und von hubtechnischen Hilfen sollten Sie im Vorfeld mit dem Nutzer und eventuell auch mit dem Pflegepersonal abstimmen.

Badausstattung, Badmöbel
Badmöbel sollten möglichst funktional sein und zugleich Wohnlichkeit und Atmosphäre ins Bad bringen. Sie werden in Optik und Material auf die Sanitärobjekte und die Armaturen abgestimmt. Wichtig sind hier insbesondere eine gute Reinigungsmöglichkeit sowie eine sichere Befestigung.

Die nachfolgende Auflistung an Ausstattungsarmaturen dient Ihnen als Orientierungshilfe bei der Einrichtung von Bad oder WC.

Waschtisch:


WC:


Badewanne:


Dusche:


Bidet:


Sanitärobjekte
Stil und Funktionalität eines Bades werden geprägt von den Sanitärobjekten, die in Farbe und Form zueinander passen sollten. WC-Becken erhalten Sie in stehender oder wandhängender Ausführung im Fachhandel. Sie werden komplettiert mit einem WC-Sitz, einem Druckspüler oder einem WC-Spülkasten.

Wenn Ihr Bad vorrangig für Entspannung sorgen soll, sollten Sie Wert auf eine Badewanne legen. Whirlpools oder Whirl-Wannen machen Ihr Bad zur Wellness-Oase und sind in Verbindung mit einem Wannenträger leicht zu montieren und energiesparend zu betreiben.

Komfortabel ist in jedem Fall eine zusätzliche Dusche (als Duschwanne oder bodengleicher Duschplatz). Sie sollte zum Schutz vor Spritzwasser über eine Duschabtrennung oder einen Duschvorhang verfügen. Waschtische können Sie als Einzel- oder Doppelwaschtisch anordnen, seitliche Ablageflächen und eine oberhalb montierter Spiegel versprechen optimalen Komfort.

Sanitärarmaturen
Sanitärarmaturen, wie z. B. Einhandmischer, Zweigriffarmaturen oder Thermostatbatterien, sind aus Messing, verchromt, vergoldet oder farbig beschichtet. Im Handel sind zudem zahlreiche Formen erhältlich.

Für ein modern ausgestattetes Bad gelten folgende Empfehlungen:


Heizung/Lüftung
Für die Beheizung des Bads kommen in erster Linie raumsparende Flachheizkörper mit glatter Oberfläche infrage. Außerdem spezielle Badheizkörper, die aufgrund ihrer Form und Ausstattung als Handtuchtrockner oder Wäschewärmer eingesetzt werden können. Auch so genannte Badewannenkonvektoren, die in die Badewannenbekleidung eingebaut werden, sind möglich.

Da Sie sich im Bad oft barfuß aufhalten, sollte die empfohlene Boden- und Raumtemperatur 24°C nicht unterschreiten. Als besonders angenehm erweisen sich Warmwasser- oder Elektro-Fußbodenheizungen; sie benötigen allerdings eine bestimmte Aufbauhöhe des Bodens, damit der Badboden stufenlos zum Flur liegt. In der Altbaumodernisierung oder wenn keine Anbindung an die Zentralheizung möglich ist, kommen elektrische Einzelheizgeräte (Heizlüfter, Heizstrahler) in Betracht.

Das Bad wird über Fenster oder eine mechanische Lüftung be- und entlüftet, eventuell auch über eine spezielle WC-Entlüftungsanlage. Wenn für die Warmwasserbereitung ein raumluftabhängiges Gasheizgerät eingesetzt wird, muss das Gasgerät über eine Vorrangschaltung während der Lüftungsphase abgeschaltet werden. Zusätzlich können Sie einen automatisch geregelten Luftentfeuchter installieren.

Elektroinstallation
Im Bad benötigen Sie zahlreiche Stromanschlüsse in Form von Steckdosen für z. B.:


Für die Installation gelten besondere Schutzvorschriften: Schalter und Steckdosen dürfen Sie nicht innerhalb der Schutzbereiche von Dusche und Badewanne platzieren. Form und Farbe sollten aus optischen Gründen auf die übrigen Einrichtungsgegenstände abgestimmt werden.

Für die Bad-Beleuchtung werden in der Regel zwei Deckenanschlüsse und zwei Wandanschlüsse für Spiegelleuchten eingeplant. Achten Sie darauf, dass die Leuchten leicht zu reinigen und unbedingt feuchtigkeitsdicht sind.

Boden-/Wandbelag
Der Bodenbelag im Bad sollte folgende Eigenschaften aufweisen:


Er sollte über ein leichtes Gefälle in Richtung Bodenablauf verfügen und in Farbe und Material zum Wandbelag passen. Sinnvolle Materialien sind:


Der Wandbelag im Spritzwasserbereich von Dusche und Wanne muss zwingend wasserbeständig sein. Hinter diesen Sanitärobjekten wird vor der Verlegung eine Abdichtung gegen nicht drückendes Wasser angebracht.

Als Wandbelag werden üblicherweise ausgewählt:


Damit eventuell nötige Reparaturen schadenfrei über die Bühne gehen können, ordnet man so genannte Revisionsöffnungen an. Hierzu gehören z. B. Fliesentüren/-klappen, die für ein leichtes Öffnen mit Scharnieren oder Magnetbeschlägen versehen werden.

Auch für Deckenbekleidung und Unterdecke müssen Sie feuchtigkeitsbeständiges Material wählen. Bei einer abgehängten Decke gehören eine Hinterlüftung sowie eine Dampfsperre zum Standard. Holzbekleidungen, Tapeten, Anstriche oder spezielle Unterdecken in Feuchtraumausführung werden hier am häufigsten verwendet.

Sauna
Eine Sauna kann im Bad, im Keller, auf dem Dachboden oder im Garten (dort eventuell sogar in einem separaten Holzhaus) eingebaut werden. Sie dient der Körperpflege und dem Gesundheitserhalt ebenso wie der Entspannung. Je nach Wunsch wird die Saunaanlage in Bezug auf ihre Größe, Form und Ausstattung vorgefertigt angeliefert und vor Ort montiert. Die Beheizung erfolgt über einen Saunaofen.

Das Höhenmaß sollte zwischen 2,00 und 2,10 m liegen. Die Größe in m² wird nach der üblichen bzw. maximalen Besucherzahl ermittelt. Für fünf bis sechs Personen benötigen Sie rund 4 m² Fläche und noch einmal mindestens 3 m² zur Abkühlung. Optimal ist ein Austritt ins Freie, Minimum ist ein Fenster zum Lüften. Denken Sie zudem auch an Kaltwasserduschen (Schwallbrause, Kneippschlauch, Tauchbecken).

Damit Sie Ihren Saunabesuch entspannt genießen können, darf ein Aufenthaltsraum mit Sitzmöglichkeiten und Liegen nicht fehlen. Achten Sie wenn möglich auch auf einen Vorraum, der über eine warme Dusche und Fußwärmebecken verfügt. Wenn ausreichend Platz vorhanden ist, können Sie ergänzend ein Dampfbad oder ein Wärmebad einbauen. Und auch ein Solarium (Ganz- oder Teilkörperbestrahlung) könnte in der Nähe aufgestellt werden.