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Zeitgemäß bauen. Energetisch modernisieren.

3.3.7 Kinderzimmer

Kein Raum muss sich im Laufe ähnlich kurzer Zyklen derart an die verschiedenen Entwicklungsstufen seines Bewohners anpassen wie ein Kinderzimmer. Denn vergleicht man beispielsweise das für einen Säugling geeignete Zimmer mit dem eines Jugendlichen, wird man statt Gemeinsamkeiten große Unterschiede verzeichnen. Kinder brauchen Rückzugsmöglichkeiten und Geborgenheit. Gleichzeitig ist viel Freiraum für die persönliche Entfaltung wichtig. Spätestens mit Schulbeginn sollten Kinder nach Möglichkeit über ein eigenes Zimmer verfügen. Es sollte hell und großzügig wirken und gern um die 15 m² groß sein. Je nach Lebensalter und Bedürfnissen wird die Möblierung für einen Säugling, ein Kleinkind, ein Schulkind oder einen Jugendlichen ausgewählt. Außerdem gelten spezielle Regeln für Boden-/Wandbelag und die Elektroinstallation.

Säugling: Im ersten Lebensjahr gehören Babybett, Wickeltisch/-kommode inkl. Ablageflächen und ausreichend Stauraum in Schränken zur Grundausstattung. Mit freundlichen Farben sorgen Sie für eine heitere Atmosphäre. Eine besonders praktische Größe für das Babybett ist 0,70 x 1,40 m, denn es kann von den Kindern meist bis zu ihrem 4. Lebensjahr genutzt werden. Ein fahrbares Bett mit höhenverstellbarer Liegefläche erleichtert den Umgang. Die Stäbe von Gitterbettchen dürfen einen Abstand von 7,5 cm nicht überschreiten. Wenn Sie sich für schlichte und zeitlose Möbel entscheiden, können diese mit Ihren Kindern „mitwachsen“ und statt Babykleidung später Spielsachen, Bücher etc. aufnehmen.

Kleinkind: Kleinkinder benötigen viel Platz zum Spielen. Neben Bett und Kleiderschrank sind jetzt Kommoden und Regale wichtig, die ausreichen Stauraum für Spielzeug bieten. Zusätzlich zu einer Spielfläche auf dem Boden benötigen sie einen Tisch zum Malen, Basteln etc.

Schulkind: Ein Schulkind benötigt die gleiche Bettgröße wie ein Erwachsener. Besonders platzsparend sind Hochbetten, Kojenbetten und Etagenbetten, die man übereinander oder auch übereck anordnen kann. Ein höhenverstellbarer Schreibtisch sowie ein ebenfalls in der Höhe verstellbarer Schreibtischstuhl auf Rollen sind jetzt elementar. Achten Sie bei der Platzierung auf genügend Tageslicht. Weiterhin wichtig: Stauraum für Gesellschaftsspiele, Bücher und Bastelutensilien. Platz für Spielkameraden, die auch mal über Nacht bleiben können.

Jugendlicher: Möbelprogrammen in so genannter Elementbauweise sind besonders geeignet für das Zimmer eines Jugendlichen, denn sie ermöglichen eine Kombination aus Wohn- und Schlafbereich: Bett und Kleiderschrank gehören immer noch zur Grundausstattung, allerdings werden jetzt zusätzliche Sitzgelegenheiten benötigt, um Freunde zu empfangen. Außerdem ein Rückzugsbereich zum Lesen, Musikhören etc. Auch ein PC- und ein Telefonanschluss sind üblich, weshalb es ich empfiehlt, dies schon früh (zumindest über ein Leerrohr) einzuplanen.

Boden-/Wandbelag
Für Säuglinge und Kinder im Krabbelalter bietet sich vor allem aus hygienischen Gründen, aber auch für das Spielen mit Bauklötzen und Autos ein glatter Fußboden an. Infrage kommen:


Da kleine Kinder sich viel auf dem Fußboden aufhalten, sorgt eine Fußbodenheizung für Behaglichkeit. Eine gemütliche Alternative sind Teppichböden, die Sie in Muster, Farbgebung und Qualität (kurzflorig) ebenfalls als unempfindliche, pflegeleichte und schmutzabweisende Variante erhalten.

Rechnen Sie bei der Wandgestaltung in den ersten Jahren mit kurzen Renovierungszyklen. Um dem Raum eine kindgerechte Atmosphäre zu geben, verzichten Sie besser auf grelle Farben und groß gemusterte Tapeten. Setzen Sie lieber die eigenen Bilder für die Gestaltung ein: Auf Magnetfolie oder eine Korkfläche gepinnt, werden sie zur Kunstgalerie und fördern den Umgang mit der eigenen Kreativität. Vorhänge, Teppiche, Rollos und Bettwäsche dienen als Farbtupfer und sollten aufeinender abgestimmt werden. Achten Sie außerdem auf umweltgerechte, nicht gesundheitsschädigende und natürliche Materialien!

Elektroinstallation
Ein Kinderzimmer benötigt eine gute Allgemeinbeleuchtung (Deckenaufbau-/Deckeneinbauleuchte), damit Boden, Schränke und Regale mit ausreichend Licht versorgt werden. Außerdem sollte eine Leseleuchte am Bett platziert werden, z. B. in Form einer Wand- oder Klemmleuchte. Sowohl Klein- als auch Schulkinder brauchen eine Arbeitsplatzbeleuchtung über dem Spieltisch, der später zum Schreibtisch avanciert. Dies kann eine Pendel- oder Stehleuchte sein, alternativ eine spezielle Arbeitstisch- bzw. Schreibtischleuchte. Bei der Anzahl der Steckdosen sollten Sie schon früh berücksichtigen, dass ein Kinderzimmer besonders wandlungsfähig sein muss – auch Anschlüsse für Radio, Fernseher, Telefon und PC sind zu bedenken. Achtung: Steckdosen im Zimmer von Kleinkindern müssen mit Kindersicherungen ausgestattet werden!

Gästezimmer
Wenn Kinder ihr Elternhaus verlassen, kann der gewonnene Platz mit relativ einfachen Mitteln zum Gästezimmer umgestaltet werden. Zum einen haben die Kinder selbst noch eine Anlaufstelle in ihrem ehemaligen Zuhause, zum anderen können Sie Ihren Besuchern eine gemütliche und geräumige Rückzugsmöglichkeit anbieten.

Achten Sie schon im Vorwege auf genügend Steckdosen für Tisch- und Stehleuchten, und gegebenenfalls auch auf einen Antennenanschluss für Radio und/oder Fernsehgerät. Der Raum benötigt Deckenauslässe für eine Grundbeleuchtung; außerdem Wandauslässe für Leseleuchten in der Nähe des Bettes.

Für die optimale Planung und Einrichtung eines Gästezimmers ist es wünschenswert, dass auch ein Bad in unmittelbarer Nähe ist. Das kann ein ehemaliges Kinderbad sein oder auch das Gäste-WC, das möglichst mit einer Dusche ausgestattet sein sollte.

Außerdem stellt sich die Frage nach der Schlafmöglichkeit: Ist Platz für ein Doppelbett? Können Sie nur eine Einzelliege unterbringen? Soll der Raum möglichst wohnlich eingerichtet sein, bietet sich ein Schlafsofa an. So mögen Ihre Gäste sich auch tagsüber gern länger dort aufhalten. Ein Kleiderschrank gehört zur Grundausstattung eines Gästezimmers, vorteilhaft sind auch Tisch und Stuhl (bzw. Stühle). Wenn Sie nur wenig Platz zur Verfügung haben, kann ein Klappbett, welches tagsüber in der Schrankwand verschwindet, eine sinnvolle Alternative sein. Falls sich das Gästezimmer unter einer Dachschräge befindet, stellen Sie unterhalb der Schräge am besten das Liegemöbel sowie niedrige Schränke auf. Wenn es der Raum zulässt, kann die Fläche unter der Schräge auch zum begehbaren Schrank umgebaut werden.

Wenn Sie die Waschmöglichkeit aus Platzgründen innerhalb des Besucherraumes unterbringen müssen, denken Sie an genügend Ablageflächen für Handtücher, Kosmetikutensilien etc. Außerdem sollte über dem Waschbecken ein gut beleuchteter Spiegel platziert werden. Steckdosen für Föhn, Rasierapparat usw. sollten ebenfalls berücksichtigt werden. Falls das Waschbecken in eine Schrankwand integriert werden soll, achten Sie auf eine ausreichende Be- und Entlüftung des Schrankteils, auch wenn die Türen geschlossen sind.