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Zeitgemäß bauen. Energetisch modernisieren.

2.1.4 Außen- und Innenwände

Sie möchten sich einen Überblick über den (Auf-)Bau von Innen- und Außenwänden verschaffen? In dieser Rubrik finden Sie alle relevanten Informationen zu diesen Aspekten: Anforderungen an Außen- und Innenwände, Mauerwerkswände, Außenwanddämmung, Beton- und Mauerwerksanierung, Instandhaltung von Außenwänden, Anforderungen an die Fassade, Außenputz, Außenanstriche und -beschichtungen, Holzschutz und, Außenwandbekleidungen

2.1.4.a Anforderungen an Außen- und Innenwände

Außenwände und Innenwände gibt es als tragende oder nicht tragende Wände. Sie werden mit oder ohne Bekleidung ausgeführt. Ihr Aufbau ist ein-, zwei- oder mehrschalig. Außenwände sollen Ihr Haus vor Witterungseinflüssen schützen und müssen daher besondere bauphysikalische Anforderungen erfüllen.

Sonneneinstrahlung heizt die Flächen der Außenwände auf – eine helle Außenwand erwärmt sich dabei nicht so stark wie eine dunkle. Durch eine entsprechende Wärmedämmung verhindern Sie größere Temperaturschwankungen. Sie sorgt zudem für Behaglichkeit und eine energie- und kostensparende Beheizung.

Niederschläge stellen, vorrangig an der Wetterseite des Hauses, eine Belastung für die Außenwände dar. Hier benötigen Sie einen besonderen Schutz, der gleichzeitig eine Wasserdampfdiffusion zulässt.
Ansonsten besteht die Gefahr, dass die Wärmedämmung durchfeuchtet und ihre Aufgabe nicht mehr erfüllt.

Die Windbelastung hat vor allem auf die Verankerungen von Außenwandbekleidungen und die Qualität der Fenster und Türen großen Einfluss. Aber auch schwächere Bauteile, wie beispielsweise Rollladenkästen, benötigen besonderen Schutz.

2.1.4.b Mauerwerkswände

Für Mauerwerkswände werden Mauersteine mit Mauermörtel im Mauerverband zusammengefügt.
Hierbei unterscheidet man zwei Arten:

Einschaliges Mauerwerk ist in seiner gesamten Dicke tragfähig. Entweder wird es beidseitig
verputzt oder an der Außenseite mit frostbeständigen Steinen versehen. Bei dem sogenannten Sichtmauerwerk werden Vor- und Hintermauerung homogen im Verband verzahnt – dadurch ist der gesamte Querschnitt statisch wirksam. An der Außenseite müssen Sie frostbeständige Steine mit rissfreien und unbeschädigten Sichtflächen verwenden. Achten Sie unbedingt auf eine bündige und satte Verfugung.

Zweischaliges Mauerwerk besteht aus einer innen liegenden tragenden Schale und einer äußeren, nicht belasteten Wetterschale. Es kann mit oder ohne Luftschicht ausgeführt werden. Beide Schalen sind wärmetechnisch wirksam.

Die Wetterschale wird in der Regel als Sichtmauerwerk (Verblendmauerwerk) hergestellt. Die Mauerwerksdicke wird auf Basis der statischen Erfordernisse berechnet und richtet sich nach den Anforderungen an den Wärmeschutz (Energieeinsparverordnung EnEV) bzw. an den Schallschutz nach DIN 4109.

Zu den Mauerwerksbaustoffen zählen:


2.1.4.c Außenwanddämmung

Eine ausreichende Wärmedämmung der Außenwände gilt als Voraussetzung für eine wirtschaftliche und umweltfreundliche Beheizung des Hauses, für hygienische Wohnverhältnisse und ein gesundes Raumklima. Darüber hinaus vermeidet sie schädliche Tauwasserbildung und thermisch bedingte Bauwerksverformungen bzw. -spannungen. An einem vorhandenen Gebäude können Sie mit Hilfe einer Wärmebildkamera (Thermografie, Infrarotabtastung) die Qualität der Wärmedämmung messen.
Die Dimensionierung der Dämmschicht wird von der Energieeinsparverordnung (EnEV) bestimmt.

Bei einschaligem Mauerwerk erfüllen Sie die Anforderungen an den Wärmeschutz durch eine entsprechende Wanddicke, durch die Verwendung von hochwärmedämmenden Leichtmauersteinen, Leichtmauermörtel und die wärmebrückenfreie Vermauerung im Dünnbettverfahren. Die Anordnung einer zusätzlichen Dämmschicht erfolgt außen in Form von Wärmedämmverbundsystemen oder hinterlüfteten Fassadenbekleidungen.

Bei mehrschaligem Mauerwerk gewährleisten Sie die Anforderungen an den Wärmeschutz mit einer Kerndämmung, bei Altbauten mit denkmalgeschützter Fassade oder Fachwerk auch durch eine Innendämmung.

Die Außenhaut der Wandkonstruktion dient als Schutz vor Witterungseinflüssen und muss einen ungehinderten Wasserdampfdurchgang erlauben. Andernfalls müssen Sie auf der Innenseite eine Dampfsperre anordnen. Die Innenseite sollte eine gewisse Feuchtigkeitsaufnahme und Feuchtigkeitsabgabe ermöglichen. Mit geeigneten Materialien, wie z. B. Putz, vermeiden Sie, besonders in Feuchträumen, die Kondenswasserbildung. Die Dämmschicht müssen Sie vor Durchfeuchtung infolge von Wasserdampfdiffusion mit geeigneten Dämmstoffen schützen. Hierzu zählen unter anderem:

Altpapierdämmstoffe/Zellulosefaser


Typische Wärmedämmfehler haben oftmals schwerwiegende Folgen:


2.1.4.d Beton- und Mauerwerksanierung

Die durch Witterungseinflüsse und Luftverschmutzung entstandenen Schäden beeinflussen die Statik des Bauwerks. Sanierungsmaßnahmen sollten Sie je nach Schadensklasse und Schadensursache von Fachfirmen mit abgestimmten Systemen aus Reaktionsharzen durchführen lassen. Zu den sichtbaren Schäden an der Mauerwerksfläche gehören Ausblühungen, Auslaugungen und Auswaschungen. Sie entstehen meist durch Verarbeitungsfehler beim Mauern bzw. durch mangelhaften Regenschutz des frischen Mauerwerks auf der Baustelle.

2.1.4.e Instandhaltung von Außenwänden

Wenn Sie Mängel an den Außenwänden oder an den daran angrenzenden Bauteilen feststellen, sollten Sie diese umgehend auf ihre Ursachen überprüfen. Änderungen an der Fassade bedürfen häufig einer Genehmigung, hier sind insbesondere die Anforderungen des eventuell gegebenen Denkmalschutzes zu beachten. Demnach sollte die äußere Gestalt des Gebäudes möglichst erhalten bleiben. Dies gilt vor allem für Fachwerk- oder Natursteinbauten und für Bauten mit Ziegelsichtmauerwerk.

Zu den typischen Instandhaltungsmaßnahmen im Bereich der Außenwände zählen:


Außenwänden und Fassaden werden mit mechanischen oder chemischen Verfahren von Fachbetrieben gereinigt. Im Anschluss erfolgt eine wasserabweisende Imprägnierung bzw. ein Fluatieren von geschliffenen oder polierten Steinoberflächen. Außenwände können außerdem mit einer Schutzbeschichtung gegen Graffiti versehen werden, damit sie leichter zu reinigen sind.

2.1.4.f Anforderungen an die Fassade

Für die einwandfreie Funktion der Fassade gelten diese Anforderungen:


Durch zahlreiche Kombinationsmöglichkeiten von Rohbaukonstruktion und Fassadenart entstehen große Gestaltungsspielräume.

2.1.4.g Außenputz

Der Außenputz muss über folgende Eigenschaften verfügen:


Eigenschaften und Vorbehandlung des Putzgrunds sind entscheidend für die Haftung. Der Putzgrund muss sauber, staubfrei und rau sein. Mit Putzprofilen, die als Putzhilfe dienen, werden Ecken und Kanten verstärkt.

Der Putzaufbau erfolgt im Allgemeinen in 3 Lagen:


Die Oberflächengestaltung erfolgt durch Kellenputz, Spritzputz, Kratzputz oder Reibeputz. Der Oberputz ist die Grundlage für Farbanstriche. Als Edelputz ist er bereits durchgefärbt.

Zu den Putzarten gehören:


2.1.4.h Außenanstriche und -beschichtungen

Außenanstriche und -beschichtungen dienen nicht nur Schutz und Erhalt des Gebäudes, sondern prägen darüber hinaus durch ihre farbliche Gestaltung den Charakter des Hauses. Beziehen Sie Fenster, Türen, Regenfallrohre, Gesimse und Balkonbrüstungen in Ihre Farbgestaltung ein und passen Sie die Farbgebung möglichst an die Nachbargebäude an.

Außenanstriche müssen beständig sein gegen:


Nach Art und Beschaffenheit des Untergrunds sowie einer richtigen Vorbehandlung richtet sich die Wahl des Anstrichmittels und des Anstrichaufbaus, der aus Grundanstrich, Zwischenanstrich und Schlussanstrich besteht.

Man unterscheidet Anstriche auf:


Mit speziellen organischen oder silikonharzgebundenen Farb- und Putzsystemen können Sie Algen- und/oder Pilzbefall nachhaltig verzögern. Verwenden Sie schadstoffarme Werkstoffe und umweltfreundliche Arbeitstechniken und bedenken Sie, dass Werk- und Hilfsstoffreste umweltgerecht entsorgt werden müssen.

2.1.4.i Holzschutz

Holzschutzmaßnahmen verbessern die natürlichen Eigenschaften von Holz und Holzwerkstoffen, bezogen auf das Feuchteaufnahmeverhalten und Feuchteabgabeverhalten, auf eine mögliche Schädigung durch Insekten oder Pilze und auf den Schutz vor UV-Strahlung. Nur wenn durch Feuchtigkeit kein Schaden entstehen kann, haben Holzkonstruktionen eine lange Lebensdauer:


Im Fachhandel erhalten Sie technisch getrocknetes Konstruktionsvollholz, Brettschichtholz und Balkenschichtholz in verschiedenen Querschnitten und Längen. Die verschiedenen Holzarten sind gegenüber den jeweiligen Einflussfaktoren unterschiedlich resistent. Man unterscheidet vier Gefährdungsklassen nach DIN 68800. Je nach Klasse werden entsprechende chemische Holzschutzmaßnahmen empfohlen. Chemische Holzschutzmittel müssen bauaufsichtlich zugelassen sein (Kennzeichnung auf dem Gebinde). Beachten Sie vor allem die speziellen Verarbeitungsvorschriften sowie das Sicherheitsdatenblatt.

Der Oberflächenschutz von Hölzern soll vorrangig Feuchte- und UV-Schutz gewährleisten. Darüber hinaus muss der Austritt von Holzinhaltsstoffen (Gerbsäure, Harze) verhindert werden. Hierfür werden spezielle Anstrichsysteme für Holz und Holzwerkstoffe und Holzveredelungsmittel genutzt..

2.1.4.j Außenwandbekleidungen, Verblender

Außenwandbekleidungen schützen die Außenwände vor Witterungseinflüssen, Niederschlägen (Schlagregenschutz), Frost und aggressiven Bestandteilen der Luft. Sie dürfen dabei keinesfalls den Luft- und Feuchtigkeitsaustausch durch die Außenwand behindern. Dabei unterscheidet man zwei Varianten:


Mit einer Verblendschale schützen Sie Ihr Gebäude vor äußeren Einflüssen wie Sonne, Regen und mechanischen Beschädigungen, gleichzeitig bildet diese hochwertige Konstruktion eine architektonische Gestaltungsfläche, die durch gute Wärmedämmung, guten Schallschutz und angenehmes Raumklima überzeugt.

Auch hinterlüftete Außenwandbekleidungen bilden eine zusätzliche, von der tragenden Außenwand getrennte, schützende Außenschale. Folgende Materialien kommen vorrangig zum Einsatz:


Außerdem gibt es vorgefertigte Sandwichelemente aus metallischen oder Holzwerkstoff-Deckschichten. Sie haben einen Kern aus Wärmedämmstoff und werden in zahlreichen Oberflächen und Farbtönen angeboten. Durch ihr geringes Gewicht und ihre hohe Wärmedämmung können sie weitgehend witterungsunabhängig montiert werden.

Den Sockelbereich der Außenwand sollten Sie nicht nur vor Regenwasser, sondern auch vor Spritzwasser schützen. Die Gestaltung sollte auf die Außenwandbekleidung abgestimmt werden und durch Zementputz, keramische Fliesen, Spaltplatten oder Werkstein erfolgen. Ein umlaufender Kiesstreifen oder eine Entwässerungsrinne im Abschluss- und Übergangsbereich der Fassade sind besonders zweckmäßig, ebenfalls die Ausbildung eines Gefälles bei angrenzenden Hof- und Wegeflächen.