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Zeitgemäß bauen. Energetisch modernisieren.

2.1.8 Dach

Sie sind noch unsicher bei der Dachauswahl und möchten sich über die Anforderungen an das Dach informieren? Dann finden Sie in dieser Rubrik alle wichtigen Hinweise zu Steildachkonstruktion, Flachdachkonstruktion, Steildachdämmung, Flachdachdämmung, Dachdeckungen, Dachabdichtung, Dachentwässerung, Dachterrassen, Dachbegrünungen und Dachbelichtung.

2.1.8 a Anforderungen an das Dach

Von allen Bauteilen eines Gebäudes ist das Dach am stärksten der Witterung und den Umwelteinflüssen ausgesetzt. Dazu zählen Hitze, Kälte, Feuchtigkeit (Wasser, Schnee und Hagel), Wind und Sturm, Erschütterungen, Staub und Ruß, Vermoosung und Ungeziefer sowie Feuer.

Die sorgfältige Ausführung aller Arbeiten am Dach sollten Sie daher anerkannten Fachfirmen überlassen. So wird gewährleistet, dass ausschließlich Dachdeckungsarten und -materialen zum Einsatz kommen, die für die entsprechende Dachneigung vorgeschrieben sind.

Achten Sie darauf, dass Einbrecher sich durch offen stehende Dachfenster oder ein paar lose Ziegel leicht Zugang zu Ihrem Wohnbereich verschaffen können. Sichern Sie den Zugang zum Dachboden deshalb am besten wie eine Außentür, beispielsweise durch eine feuerhemmende oder -beständige Stahltür.

2.1.8.b Steildachkonstruktion

Die Konstruktion eines geneigten Dachs wird vom Grundriss, der Dachform, der Dachneigung und der Dachraumnutzung bestimmt. Meistens kommen Holzkonstruktionen (Sparrendach, Pfettendach oder Kehlbalkendach) und Dachelemente zum Einsatz. Aber auch Massivdächer, die aus großformatigen Betonfertigteilen (Porenbeton, Leichtbeton) bestehen, sind möglich.

2.1.8.c Flachdachkonstruktion

Flachdächer basieren auf flach geneigten Holzunterkonstruktionen oder ebenen Massivdecken.
Je nach Aufbau werden folgende Flachdächer unterschieden:

Das belüftete, zweischalige Dach ist für Dachneigungen ab 5° geeignet. Der Belüftungszwischenraum muss mindestens 15 cm betragen.


Das nicht belüftete, einschalige Dach eignet sich für Dachneigungen ab 2°. Die einzelnen Schichten liegen unmittelbar auf der tragenden Konstruktion. Die Abdichtung liegt unter der Wärmedämmschicht – sie muss wasser- und frostfest sein, dazu formbeständig, verrottungs- und trittfest. Auf eine Dampfsperre kann verzichtet werden.

Ein Flachdach sollten Sie grundsätzlich mit einem leichten Gefälle ausstatten, damit eine problemlose Entwässerung der Dachfläche bei Niederschlägen möglich ist.

2.1.8.d Steildachdämmung

Mit einer Wärmedämmung der Dachschräge ermöglichen Sie einbehagliches Wohnen unter dem Dach. Im Sommer verhindern Sie eine zu starke Aufheizung, im Winter sorgen Sie für eine energiesparende und umweltschonende Beheizung. Wenn die Dämmschicht korrekt angeordnet und fachgerecht eingebaut ist, werden Temperaturbelastungen und Kondenswasserbildung vermieden.

Eine raumseitige Dampfsperre regelt den Feuchtehaushalt der Konstruktion. Sie wird luftdicht an die Innenraumbekleidung angeschlossen und garantiert, dass die warme und feuchte Innenraumluft nicht in die Konstruktion strömen kann. Bei der Dimensionierung der Dämmschicht müssen Sie sich nach den Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) richten.

Die Dämmschicht wird wie folg angeordnet:


Zu den geeigneten Dämmstoffen gehören:


2.1.8.e Flachdachdämmung

Durch die Wärmedämmung eines Flachdachs verhindern Sie die Aufheizung der Räume unter der Dachdecke im Sommer und sorgen für eine energiesparende und umweltschonende Beheizung im Winter. Ferner schützt sie die Konstruktion vor schädlichen temperaturbedingten Spannungen. Die Dimensionierung der Dämmschicht wird von der Energieeinsparverordnung (EnEV) vorgegeben. Wenn die Dämmschicht als Gefälledämmung ausgebildet wird, kann gleichzeitig das erforderliche Gefälle von mindestens 2% für die ordnungsgemäße Entwässerung der Dachfläche erzielt werden.

Geeignete Dämmstoffe sind:


2.1.8.f Dachdeckungen

Die Dachdeckung muss wetterfest, regensicher und feuerhemmend sein. Sie ist außerdem abhängig von der Dachneigung. Je mehr Fugen beim Verlegen entstehen, desto steiler muss die Dachfläche sein, damit das Wasser schnell abfließen kann. Um das Eindringen von Staub, Schnee und Schlagregen zu vermeiden, kommen Unterspannbahnen oder Unterspannplatten, eine Vordeckung oder ein Unterdach zum Einsatz.

Zu den bewährten Dachdeckungsmaterialien zählen:


Dachzubehör und Dachschmuck werden, was Form und Farbgebung anbetrifft, möglichst passend ausgewählt. Als Solar-Dachdeckung werden z. B. sogenannte Solar-Dachziegel/-steine, Solar-Schiefer-Systeme oder eine Solar-Metalldachdeckung bezeichnet.

2.1.8.g Dachabdichtung

Die Dachabdichtung flacher Dächer schützt das Bauwerk gegen Niederschlagswasser und gegen vorübergehend auf der Dachfläche stehendes Wasser. Sie besteht meistens aus bahnenförmigen Abdichtungsstoffen, reicht über die gesamte Dachfläche und wird als vollständig wasserundurchlässige Schicht ausgebildet. Ferner muss sie widerstandsfähig gegen wechselnde Temperaturen und mechanische Beanspruchung wie Setz- oder Dehnbewegungen sein. Die Dachabdichtung muss Beständigkeit gegenüber UV-Strahlung, Flugfeuer und strahlender Wärme aufweisen. Außerdem sollte sie sicher begehbar sein, damit Wartungs- und Reparaturarbeiten durchgeführt werden können.

Übliche Materialien für Dachabdichtungen sind:


Als Dachzubehör für An- und Abschlüsse werden spezielle Flachdachprofile und Ortgangbekleidungen angeboten. Diese bestehen in der Regel aus:


Außerdem werden sogenannte Formteile eingesetzt, die aus Stahlbeton, Sichtbeton, Waschbeton oder aus Beton- bzw. Naturwerkstein bestehen.

2.1.8.h Dachentwässerung

Geneigte Dächer entwässern Sie über Dachrinnen und Regenfallrohre. Mit einer Dachrinnenheizung können Sie das Einfrieren verhindern. Eis- und Schneefreihaltungssysteme für Dächer bestehen aus Heizleitungen, elektronischen Thermostaten und Installationszubehör. Die Systeme können auf nahezu allen Dachkonstruktionen eingebaut werden, egal ob aus Metall, Bitumen, Kies oder Fliesen. Je nach Anforderung können sie auf Dachkanten, in Fallrohren, in Dachrinnen oder Senken installiert werden.


Bevor Sie eine Fassadeninstandsetzung vornehmen, müssen Dachrinnen und Regenfallrohre unbedingt überprüft werden. 

Flache Dächer werden über Dachabläufe entwässert. Sie werden am tiefsten Punkt der Dachfläche eingebaut – ihre Anzahl hängt von der Größe der Dachfläche ab. Auch Dachabläufe können mit Hilfe von Eis- und Schneefreihaltungssystemen ausgestattet werden (s.o.). Damit das Regenwasser zum Beispiel für die Gartenbewässerung genutzt werden kann, schließen Sie die Dachentwässerung an eine Regenwassernutzungsanlage an.



2.1.8.i Dachterrassen, Dachbegrünungen

Mit einer Dachterrasse können Sie die Wohnfläche erweitern, mit einem Dachgarten vergrößern Sie die Grünfläche. Wichtigste Voraussetzung ist eine ausreichende Tragfähigkeit der Dachfläche. Aufbau und Konstruktion entsprechen denen eines Flachdachs, einen Trittschallschutz für die darunter liegenden Räume sollten Sie nicht vernachlässigen. Sowohl Dachterrassen als auch Dachgärten müssen mit einer ausreichenden Absturzsicherung versehen werden. Achten Sie bei der Auswahl des Belags darauf, dass er für Reparaturen ohne Stemmarbeiten aufnehmbar ist. Für Dachbegrünungen (Extensivbegrünungen, Intensivbegrünungen) gelten besondere Anforderungen an Planung und Ausführung.

2.1.8.j Dachbelichtung

Wohnräume, die im ausgebauten Dachgeschoss liegen, benötigen Tageslicht. Die Bauaufsicht fordert je nach Bundesland eine Fenster-Lichtfläche von 10,0 - 12,5% der Grundfläche. Art, Größe und Anzahl der Lichtelemente sollten Sie auf den jeweiligen Lichtbedarf und die Raumtiefe abstimmen.

Einfache Dachfenster reichen zur Belichtung von nicht ausgebauten Dachräumen aus und dienen als Dachausstieg für den Schornsteinfeger. Da Giebelfenster in der Regel nicht ausreichen, um die als Wohnraum genutzten Dachräume ausreichend zu belichten, sollten Sie zusätzlich Dachwohnraumfenster, Dachgauben oder Dacheinschnitte (Dachbalkon, Dachloggia) vorsehen. Mit Lichtkuppeln können Sie innen liegenden Räumen unter Flachdächern oder flach geneigten Dächern belichten.