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Zeitgemäß bauen. Energetisch modernisieren.

2.1.5 Geschossdecken

Sie möchten sich mit den Anforderungen an Geschossdecken vertraut machen? Sie benötigen Informationen zu den verschiedenen Geschossdecken, zur Geschossdeckendämmung, zu Estrichen und Unterböden? Dann finden Sie in dieser Rubrik alle Antworten auf Ihre Fragen.


2.1.5.a Anforderungen an Geschossdecken

Geschossdecken müssen eine ganze Reihe von spezifischen Anforderungen erfüllen:

Mit Schallschutzmaßnahmen an der Deckenober- oder -unterseite unterbinden Sie eine Lärmbelästigung innerhalb des Raums, z. B. Halligkeit. Außerdem vermeiden bzw. mindern Sie die Schallübertragung in darüber oder darunter liegende Räume. Damit die Geschossdecken ausreichend tritt- und luftschalldämmend sind, werden sie mit schweren Materialien und/oder mehrschalig aufgebaut, z. B. mit schwimmenden Estrichen, Trockenunterböden oder schwimmend verlegten Holzfußböden. Wenn Sie auf schwimmend verlegte Deckenauflagen verzichten, müssen Sie elastische Bodenbeläge wählen, die die Trittschalldämmung übernehmen.

Die Tragfähigkeit einer Geschossdecke wird von einem Statiker berechnet und ergibt sich aus der Verkehrslast. Bedenken Sie, dass zum Beispiel ein Kachel- oder Steinofen bis zu 4.500 kg wiegen kann. Wenn Sie die Raumnutzung ändern oder andere Umbaumaßnahmen vornehmen möchten, kann das zu einer nachträglichen Erhöhung der Nutzlast führen. Hierzu gehört beispielsweise die Erstellung einer Trennwand in einem bisher nicht ausgebauten Dachgeschoss.

Dem Brandschutz tragen Sie Rechnung, wenn Sie feuerhemmende oder feuerbeständige Geschossdecken einbauen und die Deckenbekleidungen bzw. Unterdecken die entsprechenden Feuerschutzklasse erfüllen.

In Feuchträumen muss der Bodenbelagsaufbau mit einer sogenannten Sperrschicht erfolgen. Eine Dampfsperre unterhalb der Geschossdecke verhindert die Kondenswasserbildung innerhalb der Konstruktion. Bodenaufbau und Bodenbelag werden entsprechend der Raumnutzung und der daraus entstehenden Deckenbelastung ausgewählt. Beachten Sie bei Althaussanierungen, dass schwere Bodenbeläge die zulässige Nutzlast mindern.

2.1.5.b Geschossdecken

Hier unterscheidet man Massivdecken, die entweder aus Ortbeton oder als Voll- oder Teilmontagedecken ausgeführt werden, von örtlich hergestellten Decken, die beliebig an die Grundrissform anpassbar sind. Außerdem kommen Montagedecken zum Einsatz, die je nach System nur geringe oder keine Schalungsarbeit erfordern. Sie vermindern die Baufeuchtigkeit und beschleunigen den Baufortschritt.

Übliche Konstruktionen im Eigenheimbau sind:


2.1.5.c Geschossdeckendämmung

Bei Geschossdecken über unbeheizten Kellerräumen, offenen Durchfahrten, unter Terrassen oder Balkonen sowie unter nicht ausgebauten Dachräumen sind wärmedämmende Maßnahmen erforderlich. Die Energieeinsparverordnung (EnEV) gibt die Dimensionierung der Dämmschicht vor.
Die Oberflächentemperatur des Fußbodens sollte 17°C möglichst nicht unterschreiten, sonst wirkt der Raum fußkalt und wenig behaglich. Je nach Deckenkonstruktion wird die Dämmschicht an der Ober- oder Unterseite der Geschossdecke oder in Deckenhohlräume eingebracht. Mit einem schwimmenden Estrich erzielen Sie ebenfalls eine Wärmedämmung, er dient allerdings vorrangig dem Trittschallschutz.

Übliche Dämmstoffe für die Geschossdeckendämmung sind:


2.1.5.d Estriche und Unterböden

Estrich wird auf die Rohdecke aufgebracht und ist entweder direkt als Fußboden nutzbar oder wird mit einem Gehbelag versehen.

Wenn die Räume nicht unterkellert sind, müssen Sie eine Abdichtung gegen aufsteigende Bau- oder Bodenfeuchtigkeit vornehmen; Decken über Feuchträumen benötigen eine Dampfsperre.

Man unterscheidet:

Nassestrich, der auf der Baustelle hergestellt wird:

Je nach Bindemittel bezeichnet man ihn als Zementestrich, Anhydritestrich, Gipsestrich, Magnesiaestrich, Gussasphaltestrich.

Fließestrich, der selbstnivellierend ist und eine ebene, glatte Oberfläche bildet.

Heizestrich, der bei Fußbodenheizungen eingesetzt wird.

Trockenestrich, der aus vorgefertigten Platten besteht, die auch auf alten, eventuell schon etwas abgenutzten Bodenbelägen oder auf Lagerhölzern verlegt werden können. Mit wärme- oder schalldämmenden Zwischenschichten (z. B. Dämm- oder Ausgleichsschüttungen) oder an die Platten werkseitig angearbeiteten Dämmplatten verbessern Sie den Trittschall- und Wärmeschutz.