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Zeitgemäß bauen. Energetisch modernisieren.

2.1.3 Keller

Sie sind noch unsicher, ob Sie Ihr Haus unterkellern sollten? Sie möchten sich darüber informieren, welche Anforderungen an einen Keller, an die Kellerwände und die Kellerdämmung gestellt werden? Und was Sie bei Feuchtigkeitsschutz und Dränage beachten müssen?

In dieser Rubrik finden Sie alle Antworten auf Ihre Fragen.

2.1.3.a Anforderungen an den Keller

Mit der Entscheidung für eine Unterkellerung nutzen Sie die Grundstücksfläche besser aus. Den Keller eines Hauses können Sie als Vorratskeller oder Garage nutzen. Oder Sie richten sich dort einen Hausarbeitsraum, einen Hobbyraum oder einen Fitnessraum ein. Auch eine Sauna ist denkbar.
Wenn die Kellersohle hoch liegt, können Sie den Keller auch als Wohnraum nutzen. Gleiches gilt, wenn sich für die Talseite, wenn sich Ihr Grundstück in Hanglage befindet. Legen Sie die Kellernutzung möglichst frühzeitig fest, um sich dementsprechend für beheizte oder unbeheizte Räume zu entscheiden. Da die spätere Nachrüstung von Wänden und Böden sehr aufwendig ist, sollten Sie von vornherein eine höherwertigere Nutzung einplanen, auch wenn diese zunächst vielleicht nicht benötigt wird.

Einen Keller müssen Sie grundsätzlich gegen Grundwasser, Sickerwasser und Bodenfeuchtigkeit schützen. Niederschläge, aber auch Boden- und Grundwasserverhältnisse können zu einer mehr oder weniger starken Vernässung des Bodens führen, wobei sogenannte bindige Böden, wie zum Beispiel Lehm, die Gefahr erhöhen. Besondere Belastungen treten bei Hanglagen auf. Hier können Sie mit einer wirkungsvollen Ableitung des Wassers (Dränagen und vorschriftsmäßige Abdichtungen) Bauschäden vermeiden. Wenn Sie sich für beheizte Kellerräume entschieden haben, müssen Sie die Kellerwände und der Kellerboden zusätzlich gegen Wärmeverlust dämmen.

2.1.3.b Kellerwände

Für Kellerwände werden großformatige Mauersteine verwendet. Hierzu gehören zum Beispiel Kalksandsteine, Leichtbetonsteine, Leichtziegel, Mauerziegel, Porenbetonsteine und Schalungssteine. Alternativ werden sie aus bewehrtem oder unbewehrtem Ortbeton gegossen oder aus Betonfertigteilen (Fertigkeller) erstellt und je nach geplanter Nutzung mit einer außenseitigen Wärmedämmung versehen. Wenn die Bauwerkssohle unterhalb des Grundwasserspiegels liegt, werden Ortbetonwände und Sohle aus wasserundurchlässigem Beton als sogenannte „Weiße Wanne“ erstellt.

Für den Selbstbau können Sie Kellerbausätze erwerben mit genauen Verlegeanleitungen, allen Materialien, statischen Nachweisen, Be- und Entwässerungsplänen sowie Bauführung vom Einmessen bis zur Fertigstellung der Kellerdecke.

Durch Kellerfenster gelangen Licht und Luft in die Kellerräume. Sollten die Kellerfenster unterhalb der Geländeoberfläche liegen, benötigen Sie entsprechende Kellerlichtschächte.

2.1.3.c Kellerdämmung

Die Wärmedämmung beheizter Kellerräume dient der Energieeinsparung und vermeidet außerdem Durchfeuchtungsschäden infolge von Tauwasserbildung. Bei einem Neubau kommt eine sogenannte Perimeterdämmung an der Außenseite der Kellerwände zum Einsatz. Sie vermeidet Wärmebrücken durch einbindende Wände und Decken. Achtung: Die Perimeterdämmung ersetzt weder die Abdichtung gegen Bodenfeuchtigkeit noch die möglicherweise erforderliche Dränage. Bei einem Altbau werden die Innenseiten der Kellerwände gedämmt.

2.1.3.c Feuchtigkeitsschutz und Dränage

Sowohl die Lebensdauer als auch die Unterhaltungskosten von Bauwerken hängen von der Qualität und Dauerhaftigkeit der Abdichtung ab. Durchfeuchtungen, die rund 90% aller Bauschäden ausmachen, können Sie durch vorschriftsmäßige Abdichtungen und eine funktionssichere Dränage vermeiden. Besonders die erdberührten Flächen eines Hauses werden durch Grundwasser und Bodenfeuchtigkeit, aber auch durch Sickerwasser, Stauwasser und Schichtenwasser beansprucht.

Gängige Abdichtungsstoffe sind:


Dem Schutz der Abdichtung dienen:


Eine Dränage leitet anstehendes Wasser vom Bauwerk ab und entlastet die Abdichtung. Bauwerks-, Dehn-, Setz- und Arbeitsfugen werden mit dauerelastischen oder dauerplastischen Profilen, Bändern, Folien usw. abgedichtet. An Bauteilen aus Beton, Zement und kalkgebundenen Natursteinen kommen Tränkmittel (Fluate oder flüssiges Wasserglas) als Oberflächenschutz zum Einsatz. Sie härten die Oberfläche, sorgen für einen Porenverschluss und erhöhen den Schutz gegen Säuren, Laugen und andere aggressive Stoffe. Im Anschluss- und Übergangsbereich der Fassade leiten Entwässerungsrinnen Oberflächenwasser ab und verhindern Schäden durch stauendes Wasser und Spritzwasser.