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Zeitgemäß bauen. Energetisch modernisieren.

2.1.9 Schornstein

Abgasanlage und Schornstein gewährleisten den notwendigen Förderdruck für die einwandfreie Funktion einer Feuerungsanlage und sorgen für den Anzug der Abgase ins Freie. Je nach Feuerstätte sind Schornsteinbauart, -querschnitt und -höhe auszuwählen. Bei der Planung sollten Sie sich unbedingt mit dem Planer, der ausführenden Firma und dem zuständigen Bezirksschornsteinfeger abstimmen. Denn letzterer ist nicht nur als Sachverständiger für die unteren Bauaufsichtsbehörden tätig, sondern auch für die Begutachtung und Abnahme der Feuerungsanlage zuständig.

Die baurechtliche Bezeichnung für Einrichtungen zur Abführung der Abgase aus Feuerstätten lautet Abgasanlage. Man unterscheidet Schornsteine, Abgasleitungen, Verbindungsstücke und Luft-Abgas-Systeme (LAS).

An Abgasleitungen können Sie Feuerstätten für flüssige und gasförmige Brennstoffe anschließen; an Schornsteine außerdem auch Feuerstätten für feste Brennstoffe. Je nach Einbau und Nutzung werden an Abgasleitungen eher geringere Anforderungen gestellt. Ein offener Kamin, ein offen zu betreibender Kaminofen und jede Form von Sonderfeuerstätte benötigt einen eigenen Schornstein. Achtung: Bestimmte Kombinationen von Feuerstätten dürfen Sie nicht gemeinsam an einen Schornstein anschließen. Falls Sie später zusätzlich zur Zentralheizung einen Kachelofen, einen Kaminofen oder einen offenen Kamin betreiben möchten, sollten Sie also frühzeitig an einen weiteren Schornstein denken. Auskunft erteilt der Bezirksschornsteinfegermeister.

Über Schornsteine und Abgasleitungen werden die bei der Verfeuerung von Öl, Gas, Kohle oder Holz entstehenden Abgase ins Freie abgeführt. Druck- und Temperaturverhältnisse sind elementar für die Funktionssicherheit. Das bedeutet, dass der Auftrieb im Schornstein groß genug sein muss, damit der Schornstein richtig „zieht“.

Da moderne Heizkessel eher niedrig temperierte Abgase abgeben, entsteht eine hohe Feuchtigkeitsbelastung durch Kondensatanfall und Dampfdiffusion. Deshalb muss in einem solchen Fall der Schornstein vor allem gegen Durchfeuchtung (Versottung) geschützt werden. Hierfür sind im Handel feuchtigkeitsunempfindliche, für Brennwertfeuerstätten geeignete Schornsteine erhältlich.

Weder die Temperatur der Abgase noch die im Schornstein auftretenden Rußbrände dürfen im Gebäude einen Brand auslösen. Außerdem dürfen Feuer und Rauch nicht von einem Geschoss in ein anderes übertragen werden.

Zwischen Holzbalkendecken, Dachbalken aus Holz und ähnlichen, streifenförmig an Schornsteine angrenzenden Bauteilen aus brennbaren Baustoffen und den Außenflächen eines Schornsteins müssen mindestens 2 cm Abstand eingehalten werden. Dieser Abstand ist zwingend und vollständig mit nicht brennbaren Dämmstoffen auszufüllen oder durchgehend zu belüften. Sollte der Schornstein großflächig an Bauteile aus brennbaren Baustoffen angrenzen, beträgt der notwendige Abstand 5 cm.

Bis zu einem Abstand von 1 m von der Schornsteinmündung dürfen Sie nur Baustoffe der Baustoffklasse A1 und A2 (nicht brennbar) nach DIN 4102 Teil 1 verwenden. Beachten Sie, dass der Schornsteinkopf standsicher ist und durch geeignete Bekleidungen gegen Witterungseinflüsse geschützt wird. Ordnen Sie den Schornstein möglichst in der Nähe des Firsts an, den er um mindestens 40 cm überragen muss.

Wenn Sie nachträglich einen modernen Wärmeerzeuger an einen vorhandenen Schornstein anschließen, ohne Feuerstätte und Schornstein aufeinander abgestimmt zu haben, besteht die Gefahr der Durchfeuchtung/Versottung. Die Ursachen hierfür können sein:


Vor Einbau eines neuen Wärmeerzeugers sollten Sie deshalb unbedingt die Vorgehensweise mit Ihrem Bezirksschornsteinfegermeister absprechen. Er beurteilt, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit der neue Heizkessel an den bestehenden Schornstein angeschlossen werden kann. Stellt er fest, dass mit Kondensatbildung innerhalb des Schornsteins zu rechnen ist, gibt es folgende Maßnahmen, um den Schornstein anzupassen: